Gebäudeautomation und IT-Sicherheit lassen sich heute nicht mehr getrennt betrachten.
Am 1. und 2. September war ich deshalb bei SE-Elektronic GmbH in Göppingen zu zwei aufeinander aufbauenden BACnet-Workshops. Gemeinsam mit MBS GmbH, Krefeld und Trainer Justin Hentschel ging es zunächst um BACnet selbst und am zweiten Tag intensiv um BACnet Secure Connect, kurz BACnet/SC.
Warum ist das für uns in der GA relevant?
Gebäudeautomation nutzt heute zunehmend IP-basierte Netzwerke. Automationsstationen, Managementsysteme, Router und weitere Komponenten kommunizieren miteinander und sind teilweise mit übergeordneten IT-Infrastrukturen verbunden. Besonders bei kritischen Infrastrukturen ist deshalb nicht mehr nur entscheidend, dass die Technik funktioniert. Es muss auch geklärt sein, wer mit wem kommunizieren darf und wie diese Kommunikation geschützt wird.
Genau hier setzt BACnet/SC an.
BACnet/SC nutzt unter anderem TLS und digitale Zertifikate, damit sich Geräte gegenseitig authentisieren und ihre Kommunikation verschlüsselt übertragen können. Es ersetzt kein vollständiges IT-Sicherheitskonzept, ist aber ein wichtiger Baustein für eine sicherere Gebäudeautomation.
Am zweiten Seminartag blieb es nicht bei der Theorie. Wir haben selbst Zertifikate erstellt, diese auf reale BACnet-Geräte gebracht und anschließend ein BACnet/SC- Netzwerk aufgebaut und getestet.
Gerade dieser praktische Teil war für mich wichtig. Ein Zertifikat ist schnell erklärt. Entscheidend jedoch ist zu verstehen, wie Zertifikate erzeugt, verteilt, erneuert und bei unterschiedlichen Geräten tatsächlich eingesetzt werden.
Für meine Projekte bedeutet das konkret: Ich kann BACnet/SC-Netzwerke heute fundierter konzipieren, Geräte und Zertifikatskonzepte beurteilen, die Anforderungen mit der IT-Abteilung abstimmen und die Umsetzung bei Integration und Inbetriebnahme begleiten.
IT-Sicherheit betrifft längst nicht mehr nur das klassische Office-IT-Netzwerk eines Gebäudes. Auch das TGA-Netzwerk muss heute entsprechend betrachtet und geschützt werden.
Wo liegt für Sie aktuell die größte Herausforderung bei der IT-Sicherheit in der
Gebäudeautomation? Eher bei der Netzwerkarchitektur, beim Zertifikatsmanagement, in der Abstimmung zwischen TGA und IT oder ganz woanders?